Hemer. Eine eigentlich kleine und gut gemeinte Geste sorgte derzeit in Hemer für Diskussionen: Der Seniorenbeirat der Stadt Hemer hat das Angebot einer einmaligen Sachspende aus den Reihen der AfD-Fraktion einheitlich abgelehnt. Mit der Unterstützung sollten zusätzliche Kekse und Gebäck für den monatlichen „Tanztee ab 50“ bereitgestellt werden.
Die Idee entstand nach dem Besuch eines Ehepaares aus der Fraktion bei der Veranstaltung. Dort bot sich nach ihrer Schilderung ein Bild, das nachdenklich machte: Auf den Tischen standen neben Kaffee lediglich einige Teller mit Keksen, die schnell vergriffen waren. Gerade später eintreffende Gäste gingen teilweise leer aus oder griffen nur sehr zurückhaltend zu, damit auch andere noch etwas bekamen.
Aus diesem Eindruck heraus entstand der Wunsch, den Seniorenbeirat unkompliziert und ohne jede Gegenleistung einmalig mit einer kleinen Sachspende zu unterstützen. Ziel sei allein gewesen, den Seniorinnen und Senioren bei einer beliebten Veranstaltung eine kleine zusätzliche Freude zu machen.
Doch dazu wird es nicht kommen.
Der Seniorenbeirat lehnte das Angebot einheitlich ab. Dabei entstand offenbar zugleich das Missverständnis, es handele sich nicht um eine einmalige Unterstützung, sondern um regelmäßige oder dauerhafte Zuwendungen. In der anschließenden Begründung wurde zudem öffentlich erklärt, Spenden aus Mitteln einer Partei könnten grundsätzlich gegen das Parteiengesetz verstoßen oder politische Einflussnahmen bezwecken.
Diese Darstellung sorgt inzwischen für deutliche Kritik und Unverständnis. Denn tatsächlich ging es weder um politische Werbung noch um Gegenleistungen, sondern ausschließlich um eine kleine Unterstützung im Alltag älterer Menschen.
Besonders irritierend empfinden viele Beobachter, dass aus einer simplen Keksspende überhaupt ein politischer Konflikt gemacht wurde. Kritiker sehen darin ein bekanntes Muster: Angebote oder Initiativen bestimmter politischer Kräfte würden oftmals nicht nach ihrem tatsächlichen Inhalt bewertet, sondern allein aufgrund ihrer Herkunft abgelehnt oder negativ interpretiert.
Helmut Erner, Ratsmitglied der AfD, erklärte hierzu, man respektiere selbstverständlich die Entscheidung des Seniorenbeirates. Gleichzeitig könne sich nun jeder Bürger selbst ein Bild davon machen, ob politische Abgrenzung inzwischen wichtiger geworden sei als pragmatische und menschliche Unterstützung im Alltag älterer Menschen.
Inzwischen hat der Vorsitzende des Seniorenbeirates selbst eingeräumt, dass die geäußerte Vermutung einer politischen Einflussnahme „nicht angemessen“ gewesen sei, und hierfür um Entschuldigung gebeten.
Fest steht: Der Tanztee bleibt weiterhin ein beliebter Treffpunkt für viele ältere Menschen in Hemer. Ebenso fest steht aber auch, dass die Diskussion um diese Entscheidung bei vielen Bürgern einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen hat.
Vielleicht findet sich nun auf anderem Wege jemand, der diese schöne Veranstaltung künftig unterstützt und dafür sorgt, dass den Seniorinnen und Senioren bei ihren monatlichen Treffen ein etwas großzügigeres Angebot gemacht werden kann. Verdient hätte es diese Veranstaltung allemal!
„AfD Fraktion im Rat der Stadt Hemer“
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